12. Februar 2017

Flugradar









 

Früher als kleines Kind stand man am Flughafen und hat sehnsüchtig den startenden Flugzeugen hinterher geschaut. Durchbrach der Flugzeug jedoch die Wolkendecke war es aus unserem Horizont verschwunden. Wer hat sich nicht oft gewünscht in solch einem Flugzeug zu sitzen und verfolgte es solange die Flugbahn, bis es irgendwo am Himmel als kleiner Punkt verschwunden war.  Das Zielland blieb dabei meist unbekannt. Mit Einzug der Digitalisierung hat sich das Ganze verändert und ist immer mehr in Richtung digitale Verfolgung gegangen.

Während sie für das menschliche Auge schon lange unsichtbar waren, hatte sie das Flugradar fest auf dem Radarschirm. Flughöhe, Flugnummer und Destination sind für einen reibungslosen Flugverkehr am Himmel wesentliche Voraussetzung.

Gerade wer als Kind den Traum hatte Fluglotse zu werden und jeden Tag dutzende Flugzeuge beim starten und laden zu helfen hatte von dem mysteriösen Gerät namens Flugradar gehört. Lange zeit war es deshalb nur Fluglotsen vorbehalten, die tollen Fähigkeiten eines Flugradars zu nutzen. Heute ist das Ganze zum Glück jedoch anders.

Denn dank des Internets muss heute niemand mehr den Beruf eines Fluglotsen ergreifen, um den Standort von Flugzeugen feststellen zu könen. Das geht bequem von der Couch aus und über das Internet – per Mausklick können weltweit alle Flüge über das Flugradar beobachtet und zum Ziel verfolgt werden. Dabei bieten sich grundsätzlich zwei Vorgangsweisen. Du suchst dir entweder einen Flug um ihn zu beobachten oder du beobachtest alle ankommenden oder abgehenden Flüge eines bestimmten Flughafens mit Flugradar.

 

Was macht die Flugverfolgung per Radar so interessant?

Verreiste damals ein Freund, ein Familienmitglied oder ein Bekannter plagte man sich zwischen Start und Landung mit Ungewissheit. Niemand wusste wo sich das Flugzeug gerade befand und ob alles in Ordnung war. Niemand wusste, wo sich gerade das Flugzeug mit der verreisten Person befand und das sorgte für Unwohlsein.

Wo befand es sich gerade? Kurz vor der Landung oder gerade über dem Mittelmeer? Man konnte nur erahnen wie weit die Passagiermaschine schon über die deutschen Grenzen hinaus Richtung Zielflughafen hinaus war. Es blieb meist keine andere Wahl, also über den aktuellen Aufenthaltsort des Fluges uns deiner Insassen Vermutungen anzustellen.

Doch das Flugradar bietet heutzutage die Informationen in Echtzeit, zu jeder Zeit weiß man wie viele Stunden und Minuten es noch zum Ziel sind und wo genau sich das Flugzeug gerade befindet. Oft wird sogar die aktuelle Reisehöhe und die Fluggeschwindigkeit angegeben.  Dazu brauchst du lediglich die Flugnummer. Anhand dieser kannst du direkt nach dem passenden Flug suchen. Dazu musst du nur die Flugnummer in das Suchfeld unten auf der Radarkarte eingeben und Starten drücken. Im nächsten Augenblick wird dir die aktuelle Position des Fluges auf der virtuellen Weltkarte angezeigt. Schon hast du den Flug im Blick und kannst ihn bis zur sicheren Landung verfolgen.







 

Faszination fliegen

Jetzt sitzt nicht immer ein Verwandter oder Bekannter im Flugzeug. Oft schaut man sich nur vor Begeisterung das Flugradar an. Denn Fliegen hat die Menschheit schon immer fasziniert. Die Geschichte der Luftfahrt ist sehr spannend. Schon im 18. Jahrhundert haben die Menschen versucht Flugzeugen zu bauen und damit von Ort zu Ort zu fliegen. Am  17. Dezembers 1903 gelangte den Brüdern Wright dann schließlich der Durchbruch und der erste Pionierflug wurde absolviert.

Oft ist es auch nur ein Hobby wie das Fotografieren von Flugzeugen. Das Flugradar bietet dir dabei eine große Hilfe. Wer ein bestimmtes Flugzeug fotografieren möchte, kann über das Flugradar wichtige Informationen zum Flugplan des Flugzeuges erfahren. Mit dem Radar hast du jederzeit die genaue Position des Fliegers und erwischt vielleicht sogar eine atemberaubende Momentaufnahme des Start- oder Landevorgangs.

 

Flüge rund um den Flughafen verfolgen

Gerade rund um die großen und auch kleinen Flughäfen ist eine Menge Verkehr in der Luft. Bei den größten deutschen Flughafen in Frankfurt und München lassen sich besonders viele Flugzeuge beobachten. Hier starten und landen fast im Sekundentakt Flugzeuge. Für Außenstehende wirkt der Flugverkehr wie ein einziges Chaos. Das Flugradar kann dir dabei helfen, die gesamten Geschehnisse besser zu verstehen. Zwar ist ein Besuch am Flughafen durch nichts zu ersetzen, doch den Blick eines Lotsen auf den Luftverkehr rund um einen Flughafen bietet dir nur das Flugradar.

Die Lotsen leisten jeden Tag eine tolle Arbeit und sind dafür verantwortlich das tausende Passagiere sicher in den Urlaub oder die Geschäftsreise starten und ebenso wieder festen Boden unter den Füßen haben. Ohne die Fluglotsen wäre das heutige Verkehrsaufkommen nicht zu bewältigen und es würde zu Unfällen kommen.

Du selbst kannst zu Hause auch Fluglotse spielen, allerdings ganz ohne die große Verantwortung. Durch den Zoom am Flugradar hast du die Möglichkeit eine bestimmte kleine Region zu überwachen oder lieber doch einen Überblick über zum Beispiel ganz Europa zu erlangen. Selbst Flugzeuge über deiner Stadt oder deinem Dorf lassen sich problemlos bis zu ihrem Ziel verfolgen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Flugzeuge lassen sich fast in jeden Winkel der Erde verfolgen und beobachten.

Flugradar – einfach, effizient und kostenlos

Oft ist es nicht mal ein bekannter Flug der verfolgt wird, viele Menschen haben einfach Spaß an Flugzeugen im Allgemeinen und somit auch an der Flufverfolgung.

Möchtest du zum Beispiel einen bestimmten Flug von Köln bis Palma de Mallorca verfolgen kannst du auf unterschiedliche Art und Weisen vorgehen. Hast du die Flugnummer zur Hand kannst du diese einfach in das Suchfeld eingeben und die Karte springt direkt zum aktuellen Punkt des Flugs.

Möchtest du den Flug per Hand suchen, dann kannst du an den gewünschten Flughafen zoomen und dort das entsprechende Flugzeug suchen. Einmal gefunden kannst du weiter herauszoomen und es trotzdem weiterhin im Auge behalten. Jetzt hast du die Flugbahn des Fliegers optimal im Auge, nach wenigen Minuten dürfte es schon einige Kilometer weit weg vom Flughafen sein. Wenn das Flugzeug Reisehöhe und Reisgeschwindigkeit erreicht hat, kannst du noch weiter zurück zoomen, dich zurücklehnen und gelegentlich einen Blick auf das Radar werfen. Kurz vor den Landung auf in Palma de Mallorca kannst durch zoomen dem Flugzeug beim Landen zusehen.

Um jederzeit überall jeden Flug auf dem Radar zu sehen benötigst du ein internetfähiges Gerät. Für unterwegs gibt es auch sehr praktische Apps. So kannst du selbst in der Bahn oder in der Schulpause ein paar Flugzeuge im Auge behalten.

Die Nutzung des Flugradars ist außerdem vollkommen kostenlos und kinderleicht zu bedienen. Wo immer und zu welcher Tageszeit du ein Flugzeug am Himmel siehst, mit Flugradar kannst du einfach und schnell feststellen, welche Flugnummer das Flugzeug hat, wohin es unterwegs ist und welcher Fluggesellschaft es gehört.

 

Die Geschichte des Flugradars

Es ist ein Wunder, dass der Mensch es überhaupt geschafft hat zu fliegen. Wie oben schon erwähnt sind die ersten Versucht schon mehrere 100 Jahre her. Je mehr Flugzeuge es jedoch gab, desto eher musste ein geregelter Plan her. Denn wenn viele Flugzeuge in der gleichen Höhe fliegen kommt es leicht zu einem Crash.

Das Flugradar hilft dabei den Luftraum zu überwachen und Flugzeuge sicher an ihren Zielort zu lotsen. Dabei hat das Flugradar eine lange und sehr faszinierende Geschichte. Die Geschichte geht bis in das späte 19. Jahrhundert zurück.

Zur damaligen Zeit experimentierte Heinrich Hertz mit elektromagnetische Wellen und konnte feststellen, dass eine Reflektion von Radiowellen an Metallgegenständen möglich ist. Die ersten Ortungsversuche gingen jedoch nicht auf ihn zurück. Diese wurden im Jahr 1904 von Christian Hülsmeyer durchgeführt. Danach verlor man jedoch erst einmal das Interesse an der Radartechnik – bis zum Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1935 wurde zum ersten Mal ein Flugzeug geortet. Verantwortlich hierfür war der schottische Physiker Sir Robert Alexander Watson-Watt. Dies war die Flugradar Geburtsstunde. Diese wurden fortan genutzt um feindliche Bomber frühzeitig zu erkennen und Alarm zu schlagen.

In vielen Geschichtsbüchern gilt Waton-Watt als Entdecker des Flugradars, allerdings gibt es hier keine eindeutigen Aussagen. Durch Weiterentwicklungen wurden auch andere Länder und Wissenschaftler auf das Flugradar aufmerksam und die Technik wurde schnell voran getrieben.

Schließlich gelang es Wisschenschaftlern in Großbritannien im Februar 1935 Flugzeuge mit Hilfe eines Flugradars bis zu 13 Kilometer weit zu verfolgen. Vier Jahre später flog die deutsche Luftwaffe erstmals einen Abfangeinsatz gegen britische Bomberflieger mit Unterstützung von Flugradar. Gut die Hälfte der Bomber bei diesem Einsatz wurden erkannt und daraufhin zerstört. Im Januar 1943 nutzten die Briten zur Navigation ein mobiles Radarsystem in Flugzeugen. Innerhalb von nur wenigen Jahren hatte man die Ortungstechnik ersichtlich weiterentwickelt.

 

Der Fortschritt nach Ende des Kriegs

Mit Beendung des Kriegs stoppte die Weiterentwicklung des Radars. Die alliierten Siegermächte verbaten jegliche Flug-Ortungstechnik bis zum Jahr 1950. Nach dem Jahr 1950 interessierten sich besonders die Amerikaner für das Flugradar. Wenig später wurde jedes Passagierflugzeug mit einem Radargerät ausgestattet – das sogenannte Synthetic Aperture Radar. Bahnbrechenden Erfolg verzeichnete jedoch erst das Air Traffic Control System zur Luftraumüberwachung.

 

Das heutige Flugradar

Heute hat das Flugradar viele wichtige Funktionen. Radarsysteme werden nicht nur in der Luftfahrt, sondern in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Dabei dient es häufig der Sicherheit und Früherkennung. Für Flugzeuge gibt es ebenfalls eine Reihe von Anwendungen, darunter das Rundsichtradar zur Überwachung des Flugverkehrs – stationär als Flugsicherungsradar bzw. mobil in Flugzeugen (AWACS). Darüber hinaus werden Radarsysteme zur Verfolgung von Zielen bei der Flugradar Luftverteidigung genutzt, in Deutschland beispielsweise in Würzburg. Ein weiterer Einsatzbereich liegt im Bordradar. In der so genannten Radarnase werden Wetterfronten erkannt und andere Flugzeuge sowie Raketen erscheinen auf dem Flugradar zur Frühwarnung.

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