Weltreise mit Handgepäck – von Land zu Land mit wenig Gepäck

Mein Name ist Annika und gemeinsam mit meinem Mann Jan bereise ich lediglich mit einem Handgepäckrucksack, seit über zwei Jahren die Welt. Auf unserem Reiseblog www.follow-your-feet.com berichten wir von unseren Erlebnissen rund um den Globus.

Als wir im April 2015 Deutschland verließen, hatten wir beide noch einen großen und einen kleinen Rucksack dabei – so einen typischen Backpacker Rucksack halt. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir ehrlich gesagt noch gar nicht, dass es auch möglich ist nur mit einem Handgepäckrucksack zu Reisen.

Nach kurzer Zeit begann mich mein riesiger Rucksack einfach nur noch zu nerven. Er war viel zu groß, zu schwer, zu unhandlich und ständig hatte ich aufgrund des hohen Gewichts Rückenschmerzen. Von der vielen vergeudeten Zeit an Flughäfen mal ganz abgesehen.

Vor jedem Flug hieß es zwei bis drei Stunden früher da sein um das Gepäck einzuchecken und nach dem Flug mussten wir jedes Mal ewig und drei Tage am Gepäckband auf den Rucksack warten. Am wohl nervigsten ist jedoch das Buchen der Flüge selbst.

Da findet man mal ein super Schnäppchen und wenn man sich durch die Buchung geklickt hat ist es am Ende dann doch wieder 100€ Teurer, weil der ursprüngliche Preise nur für das Ticket gilt. Check-In-Gepäck kostet dann schonmal gerne zusätzlich 50€ bis 70€ – pro Gepäckstück wohlgemerkt. Irgendwann waren wir davon so genervt, dass wir sagen: es reicht!

So war es bei uns ziemlich genau nach dem ersten Jahr unserer Weltreise als wir davon erfuhren, dass immer mehr Menschen sehr minimalistisch und nur mit Handgepäck ausgestattet um die Welt reisten. Das wollten wir auch! Gesagt, getan, bestellten wir uns auf Amazon den Osprey Farpoint 40 und waren erst mal überrascht, wie viel Platz er doch eigentlich bietet – 40 Liter sind größer als man zuerst meint.




Die Nachteile eines Handgepäckrucksacks

Machen wir uns nichts vor, Handgepäckrucksäcke haben ihre Vor- und Nachteile. Der wohl größte Nachteil ist die begrenzte Menge an Sachen, die man mitnehmen kann. Wer nur mit Handgepäck unterwegs ist, muss ganz genau darauf achten, was er einpackt und was zu Hause bleiben muss.

Auch das Gewicht spielt hierbei eine Rolle, denn viele Airlines erlauben nur ein bestimmtes Gewicht fürs Handgepäck. So kann es schonmal vorkommen, dass selbst der kleine Handgepäckrucksack nur halb voll gepackt werden kann, wenn man im Rahmen bleiben will.

Die Vorteile eines Handgepäckrucksacks

Klar mussten wir einiges an Sachen aussortieren und können mittlerweile nur noch mit dem nötigsten Reisen doch sind wir dafür nun um einiges leichter Unterwegs. Wenn wir unterwegs etwas benötigen kaufen wir es uns vor Ort. Dafür müssen wir viel weniger schleppen – der Rücken dankt es.

Außerdem ist es irgendwie befreiend mit so wenig durch die Welt zu reisen. Im Nachhinein frage ich mich, warum wir überhaupt so große Rucksäcke brauchten. Alles was wir wirklich benötigen haben wir schließlich immer noch dabei. Irgendwie hatten wir vorher viel unnötiges Zeug im Gepäck.

Bereits auf unserer ersten Flugreise war uns beiden klar das wir nicht mehr anders reisen wollen. Keine überteuerte Gepäckaufgabe macht das Ticket billiger. Beim Checkin muss man nicht mehr warten, da man Tickets meist sogar schon vorher selbst ausdrucken kann oder sie aufs Handy speichert.

So entfällt langes warten am Flughafen komplett, denn nach dem Flug gehts am Gepäckband vorbei direkt zum Ausgang. Ein weiterer Vorteil ist, dass man im Flieger all seine Sachen immer zur Hand hat. Es ist ein tolles Gefühl nach dem Flug direkt raus spazieren zu können während alle anderen noch mindestens 30 Minuten dumm rum stehen.

Erlaubte Maße und Gewicht Handgepäck

Jede Fluggesellschaft bestimmt selber die Regeln fürs Handgepäck an Bord ihrer Flugzeuge, was es etwas unübersichtlich macht. Am besten schaut man vor der Buchung auf der Homepage bei der jeweiligen Airline nach den Daten. Allgemein gilt als Faustregel:

Länge von 50 bis 55 cm
Breite von 35 bis 40 cm
Tiefe von 20 bis 25 cm
Gewicht von 5 bis 12 kg

Geheimtipp

Am besten immer versuchen einen Self-Check-In durchzuführen. Idealerweise geht das Online schon ein paar Tage vorher. Tickets druckt man sich selbst aus. Manchmal gibts es auch im Flughafen Automaten für den Checkin. So läuft man nicht Gefahr, dass der Rucksack beim Check-In Schalter auf korrekte Maße geprüft wird.

Ist der Rucksack zu schwer (z. B. sind wir schon mit 11kg geflogen obwohl nur 8 erlaubt waren) besorgt man sich am Flughafen bei irgendeinem Laden eine Plastiktüte (einfach mal nett fragen ob man eine leere Tüte kaufen kann, dann bekommt man so gut wie immer eine geschenkt) und packt etwas schweres da hinein (z. B. den Laptop, Kabel, Kulturbeutel).

Wird der Rucksack dann gewogen ist man im erlaubten Rahmen und kann nachdem man sein Ticket in den Händen hält problemlos das schwere Zeug zurück packen. Beim Check in wurde schon ein paar mal mein Rucksack gewogen, am Gate wurde ich jedoch noch nie kontrolliert. Bisher sind die Fluggesellschaften großzügig, solange du dich in etwa an die Vorschriften hältst.

Natürlich sollte dein Rucksack nicht schon so aussehen, als würde er jeden Moment aus allen Nähten platzen und als würdest du dir einen Wolf schleppen. Ist dein Rucksack zu voll solltest du nochmal überdenken, ob du wirklich alles brauchst, was darin ist.

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